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7. September, Reisetag
Mit 20 Stunden Reisezeit von Buttwil über Zürich und Cincinatti
nach Salt Lake City war es ein recht langer Tag. Wir liessen uns vom Flughafen
mit dem Hotelbus abholen, wir waren zu müde die Fahrräder noch
am selben Tag zusammen zu stellen und damit und dem Gepäck in die
Stadt zu fahren. Nach einem kurzen Stadtbummel tranken wir noch ein Bier
in der Squatter Brewery in der Nähe des Hotels und dann war Schluss
für heute. |
( 19 k ) |
8. - 9. September, Salt Lake
City
Nach einem ausgiebigen amerikanischen Frühstück montierten
wir die Fahrräder um anschliessend eine erste Fahrt in und um Salt
Lake City zu unternehmen. Wir wollten uns an die Höhe ( 1300 Meter
) und an die Hitze ( ca. 35 Grad Celsius) gewöhnen. Für morgen
Montag haben wir am Vormittag eine Citytour und am Nachmittag einen Ausflug
zur Bingham Canyon Coppermine und an den Salt Lake gebucht. Mit dem Bus
versteht sich, die Fahrräder blieben im Hotel. |
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10. September, Salt Lake City
- Cottonwood Canyon - Park City - Heber City , 90 Km
Wir fuhren früh in südlicher Richtung los um wenigstens noch
ein paar Stunden bei kühleren Temperaturen fahren zu können,
denn wiederum war heisses Wetter angesagt. Die Steigungen im Big Cottonwood
Canyon waren nicht zu unterschätzen. Je mehr wir uns dem Guardsman
Pass näherten umso wärmer wurde es. In Silver Fork machten wir
in einem von einem deutschen Auswanderer geführten Restaurant Mittagsrast.
Er erkundigte sich nach unserem Ziel. Er erklärte uns, dass die Strasse
vom Pass nach Heber City nur mit guten Mountainbikes zu fahren sei. Auch
die Strasse nach Park City sei für unsere Bikes zwar zu befahren aber
nicht optimal. Tatsächlich wurde die Strasse je näher wir dem
Pass kamen zunehmend schlechter. Dafür wurden wir oben mit einem imposanten
Blick auf die gegenüberliegenden Berge belohnt. Die ersten Kilometer
der Abfahrt waren auf Naturstrasse. Oberhalb Park City fanden wir eine
frisch geteerte Strasse vor, was uns eine rasante Abfahrt ermöglichte
bis leichter Regen einsetzte. Von Park City gings auf dem Highway 40 bei
zum Teil starken Gegenwind nach Heber City, unserem ersten Etappenziel.
Unserer Herkunft entsprechend stiegen wir im Swiss Alps Inn ab! |
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11. September, Heber City -
Daniels Pass - Duchesne , 114 Km
Das Wetter hatte sich leider nicht gebessert, auf dem Weg zum nahegelegenen
Frühstücksrestaurant setzte leichter Regen ein, der als wir losfuhren
zum Glück wieder aufgehört hatte. Nach knapp zwei Stunden erreichten
wir den Danielspass. Im Restaurant auf der Passhöhe wärmten wir
uns mit warmen Kaffee auf. Kaum hatten wir die Abfahrt unter die Räder
genommen setzte wieder Regen ein, der zu unserem leidwesen immer stärker
wurde. In Fruitland machten wir bei inzwischen strömendem Regen Mittagspause.
Ich war drauf und dran hier zu stoppen, wir entschlossen uns aber letzlich
doch im Regen weiterzufahren. Nach 6 Stunden erreichten wir völlig
durchnässt und fröstelnd Duchesne. Wir hatten nur noch zwei Ziele
an diesem Tag, möglichst bald unter die wärmende Dusche zu kommen
und etwas warmes zwischen die Zähne zu kriegen. |
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12. September, Duchesne - Indian
Canyon - Avintaquin Pass - Price , 87 Km
Der Regen hatte aufgehört und der Himmel zeigte sich an
einigen Stellen sogar in Blau. Kurz nach acht Uhr fuhren wir auf der US
Route 191 dem Indian Canyon entgegen. Das Wetter wurde zunehmend besser,
aber es blieb kühl. Die Strasse durch den Canyon führte bis auf
eine Höhe von 9100 ft. und es folgte eine fast 30 Km lange rasante
Abfahrt bis Castle Gate. In Price, es war inzwischen schön und warm,
steuerten wir direkt in ein Wendy's. Das ausgiebige 'American Breakfast'
war längst verbraucht. Am Nachmittag besuchten wir das Prähistorische
Museum. Die Austellung über Dinosaurier,deren Überreste man ganz
in der Nähe fand lohnt sich für jeden. |
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( 14k ) |
13. September, Price - Green
River , 95 Km
Wir warteten bis die Strassen vom morgentlichen Gewitter etwas
abgetrocknet waren, bis wir auf der 191 in Richtung Wellington losfuhren.
Die Landschaft hat sich seit der Überquerung des Passes im Indian
Canyon dramatisch geändert, Bäume sah man kaum noch, das Grün
der Wiesen machte zuerst braungelbem Steppengras und nachher der Wüste
Platz. Man bekam nun die Weite dieses Landes zu spüren. Kilometerlange
gerade Abschnitte wo sich die Strasse am Horizont zu einem Punkt verkleinerte.
Man konnte jeweils erst auf der nächsten Anhöhe oder der nächsten
Kurve sehen wie es weiterging. Meist folgte wiederum ein langes gerades
Stück, das sich in der Ferne wieder auf einen kleinen Punkt reduzierte.
Nach gut viereinhalb Stunden Fahrzeit erreichten wir bei schönem und
warmen Wetter die 'Wassermelonen Stadt' Green River. Gegen Südwesten
wurde es zunehmend dunkler, das nächste Gewitter kommt bestimmt. Diesmal
konnte es uns nichts mehr ausmachen, das Etappenziel war erreicht. |
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14. September, Green River
- Crescent Junction - Moab , 89 Km
Der Morgen begann wieder mit einem Gewitter. Wir liessen uns
beim Frühstüch viel Zeit, erst um halb zehn starteten wir zur
heutigen Etappe. Auf der Interstate 70 kamen wir bis Crescent Junction
wegen des Gegenwindes bei leichtem Regen und leicht ansteigender Strasse
nur langsam voran. Mit heissem Kaffee wärmten wir uns im Restaurant
bei der Tankstelle auf. Wieder aufgewärmt fuhren wir anschliessend
auf der 191 gegen Süden. Je mehr wir uns unserem Ziel Moab näherten
umso wärmer wurde es. Der Regen hatte schon kurz nach unserer Weiterfahrt
aufgehört. Wir waren gespannt auf die Landschaft die folgen würde.
Von Bildern wussten wir was uns in etwa erwarten würde. Aber die Wirklichkeit
war noch viel beeindruckender. Wir genossen die kleine Abfahrt ein paar
Kilometer vor Moab. Etwas überrascht sahen wir die vielen 'No Vacancy'
Tafeln vor den Hotels und Motels. Aber es ist Ferienzeit und was uns erst
nachher bewusst wurde, Samstag! Schon auf der Fahrt überholten uns
viele Autos, die meisten mit Bike's beladen. Wir nahmen ein bescheidenes
Zimmer für eine Nacht und reservierten im Greenwell Inn für die
beiden nächsten Tage. Während wir in einem Italienischen Restaurant
gute Pasta assen und uns auch eine Flasche Wein gönnten, ging draussen
wiedereinmal ein heftiges Gewitter nieder. Es wurde kühler, nicht
nur deshalb kauften wir uns einen Pullover mit dem Aufdruck MOAB (die vielen
Souveniershops müssen ja auch leben!). |
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( 24k ) |
15. September, Moab: Arches National Park
,
57 Km
Für einmal war nicht - wie die Tage zuvor - schon um 6 Uhr
Tagwache. Wir genossen es etwas länger liegen zu können. Nach
dem Frühstück wechselten wir ins andere Hotel. Es war ein wunderschöner
Tag, gerade richtig für unseren Ausflug zum Arches National Park.
Wir kamen nur sehr langsam voran, immer wieder hielten wir an um ein Foto
zu schiessen. Es wurde auch immer heisser. Obwohl wir beide mit mehr als
zwei Liter Wasser im Gepäck gestartet sind, neigte sich unserer inzwischen
duschwarm gewordener Wasservorrat zu Ende. Wir kehrten um, obwohl wir nur
noch wenige Kilometer zum Delicate Arch vor uns hatten. Zudem war es auch
unser Ruhetag und wir wollten nicht den ganzen Tag auf dem Rad verbringen.
Wir waren schliesslich doch zu früh zurück, sodass wir einige
Minuten vor der Brauerei auf das kühle Bier warten mussten. Zum Nachtessen
kreuzten wir wieder in der Brauerei auf, die Pizza's die dort serviert
werden weckten unsere Neugier vor allem aber unsere Magensäfte. Der
Besuch lohnte sich! |
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( 19k )
( 19 k )
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16. September, Canyonland National Park
Kurz nach acht Uhr holte uns Warren von der Tag A Log Company
beim Hotel ab. Wir hatten für heute einen Ausflug in den Canyonland
National Park gebucht. Der erste Teil der Tour führte auf einer kaum
befahrbaren Strasse, wenn man das überhaupt noch Strasse nennen kann
durch den Park, vorbei an spektakulären Felsformationen wie zum Beispiel
den Dead Horse Point, hinunter zum Colorado River. Am Fluss gabs den Lunch,
den
Warren und der andere Tourleiter, er kam mit dem Boot mit einer zweiten
Gruppe auf dem Fluss, für uns vorbereitete. Anschliessend wechselten
die beiden Gruppen das Transportmittel. Wir fuhren auf dem Fluss zurück,
die zweite Gruppe nahm im 4WD den 'Landweg'. Die Flussfahrt, unterbrochen
von einigen Stops an interessanten Plätzen, so zum Beispiel bei versteinerten
Bäumen brachte uns zu jener Stelle zurück wo die Strasse zum
Feldweg wurde. Dort stand auch der Wagen mit dem Anhänger fürs
Boot. Zurück in Moab begann es wieder einmal leicht zu regnen. Etwas
später, als wir beim Bier sassen goss es wie aus Kübeln. Gespannt
erwarteten wir den Wetterbericht in den News. Die nächsten Tage versprechen
nichts Gutes. In den Bergen, die wir zu Beginn unserer Tour überquerten
fielen bis 15 cm Schnee. Niederschläge ab 6000 ft. fallen als Schnee! |
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( 23 k ) |
17. September, Moab - Monticello , 90
Km
Der Morgen war klar aber sehr kühl, wir schätzten,
dass das Thermometer kaum über 10 Grad anzeigen würde. Deshalb
zogen wir auch die langen Hosen und die Regenjacke über. Die La Sal
Mountains waren mit Schnee bedeckt. Zum Glück stieg die US Route 191
leicht an, so bekamen unsere Körper die richtige Betriebstemperatur.
Nur auf den kurzen, steilen Abfahrten wurde es kühler. Eigentlich
wollten wir bei der La Sal Junction etwas warmes essen und trinken. Das
Café wie auch die Tankstelle waren nicht mehr in Betrieb. Somit
mussten wir uns mit dem kalten Wasser und den Biskuits begnügen, noch
standen uns 50 Km bis zum Etappenziel Monticello bevor. Auf den letzten,
ansteigenden 15 Kilometern blies uns zudem noch ein kalter bissiger Wind
entgegen. Im Vergleich zu Moab war es kein Problem hier ein Zimmer zu bekommen.
Gleich anschliessend gingen wir eine Kleinigkeit essen. Die warme Dusche
brachte unsere Körper wieder auf normal Temperatur. Als wir am Abend
zum Essen ausgingen hatten wir das Gefühl es sei noch kälter
geworden. |
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18. September, Monticello - Blanding,
39 Km
Als ich heute erwachte hörte ich draussen ein seltsames
Geräusch. Ein Blick durchs Fenster machte alles klar. Auf den Dächern
der Häuser und der Autos lag SCHNEE ! Frühaufsteher waren damit
beschäftigt das EIS von den Autoscheiben zu kratzen! Wir hatten es
nicht besonders eilig weg zu kommen, es konnte ja nur noch wärmer
werden. Als wir um neun Richtung Süden fuhren waren genau vor uns
tiefhängende schwarze Wolken zu sehen. Kaum losgefahren fiel wieder
Regen, der anschliessend in Graupelschauer überging. Trotzdem wir
am Morgen alle warmen Kleider angezogen hatten spürten wir die Kälte.
In Blanding machten wir den geplanten Kaffeehalt. Wir sassen kaum an unserem
Kaffee nahm der Regen zu. Wenig später goss es wieder wie aus Kübeln.
Nach ca. einer Stunde liess der Regen nach. Wir wollten weiter gegen Süden
fahren, aber die neuerliche Regenfront hielt uns davon ab. So beschlossen
wir hier zu bleiben und in aller Ruhe zu besprechen wie es weiter gehen
soll. Variante 1: Morgen direkt nach Mexican Hat, dann wie vorgesehen über
Kayenta, Tuba City nach Page (Arizona). Variante 2: Über Bullfrog
nach Hanksville. Es kam noch eine dritte Variante in Frage: Von Blanding
nach Page mit dem Flugzeug. Da sich am späteren Nachmittag, nach dem
Besuch im Visitors Center das Wetter merklich gebessert hatte fuhren wir
zum Flugplatz um uns nach den Möglichkeiten zu erkundigen. Man versicherte
uns, dass es kein Problem sei uns mit samt den Fahrrädern und dem
Gepäck nach Page zu fliegen. Weil wir in Tuba City zum fraglichen
Zeitpunkt kein Zimmer kriegen konnten und uns die Strecke über Bullfrog
zu lang erschien, entschieden wir uns für Variante 3! Im Comfort Inn,
dem einzig guten Restaurant in Blanding feierten wir unseren unkonventionellen
Entscheid. |
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19. September, Blanding - Page (mit dem Flugzeug
!)
Um halb neun mussten wir uns beim Flugplatz einfinden. Es war
schönes Wetter aber kalt. Die Scheiben der Autos waren am frühen
Morgen wie in Monticello zugefroren. Nach ein paar Minuten landete der
einmotorige Piper auf dem Flugfeld. Zunächst wurde ein Sitz des Vierplätzers
entfernt, damit unsere Fahrräder und das Gepäck verstaut werden
konnten. Erst als Vorder- und Hinterräder entfernt, die Lenker gedreht
und auch noch der Sattel abmontiert waren, liessen sich die Räder
durch die kleine Tür über dem Flügel im Piper verstauen.
Rita wollte sich unbedingt auf dem Rücksitz zwischen Gepäck und
Fahrräder zwängen, während ich bequem neben dem Piloten
Platz nehmen konnte. Der imposante Flug über einen Teil des Lake Powell
nach Page dauerte ca. eine Stunde. Das Grün, Bäume und Rasenflächen
in Page, hob sich schon von weitem kontrastreich von der gelbbraunen übrigen
Landschaft ab. Dazu kam noch der blauschimmernde Stausee mit unzähligen
Seitenarmen, die bis tief in die Canyons reichen. Während wir auf
dem Flugfeld die Fahrräder montierten flog der Piper bereits wieder
nach Blanding zurück. In Page war es wieder sommerlich warm, was wir
nach den vergangenen kühlen Tage sehr genossen. Den Nachmittag verbrachten
wir mit einer kurzen Ausfahrt zum Bootshafen in Wahweap und zum Glen Canyon
Dam, der den Lake Powell staut. Eine interessante, geführte Tour führte
auch auf den Grund und ins Innere des Staudammes. |
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( 19 k ) |
20. September, Lake Powell
Mit dem Fahrrad fuhren wir am Morgen wieder zum Hafen nach Wahweap
um am ganztägigen Ausflug auf dem Lake Powell teilzunehmen.
Bei schönstem Wetter waren wir nicht die einzigen die sich auf dem
Hauptlauf und den unzähligen Seitenarmen rumtrieben. Viele sind mit
Hausbooten für mehrere Tage unterwegs, wird die Länge des Sees
doch mit 160 Meilen angegeben. Ein besondere Sehenswürdigkeit ist
die Rainbow Bridge in einem der Seitenarme. Am Abend war relativ früh
Bettruhe angesagt, steht uns doch morgen wieder einmal eine lange Etappe
bevor, die uns nach dem Abstecher nach Arizona zurück nach Utah bringt. |
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21. September, Page - Kanab, 121Km
Um halb sechs war Tagwache. Wir wollten früh los um wenigstens
die ersten Stunden bei angenehmeren Temperaturen fahren zu können.
Auf den ersten 60 Km kamen wir gut voran. Nachher blies uns ein heftiger
Wind ins Gesicht, der unseren guten Durchschnitt ständig kleiner werden
liess. Auch das Wasser ging uns langsam aus. Als Kanab kurz vor uns war,
goss ich mir den Rest des Wassers über den Kopf. Statt eine Erfrischung
zu erleben kam es mir vor als würde ich unter einer warmen Dusche
stehen, so warm war inzwischen des Wasser in der Trinkflasche geworden.
Wir steuerten auf das erst beste Motel zu und leerten beinahe das Fach
mit dem Diet-Coke des riesigen Getränke Automates. Das gute chinesische
Nachtessen und ein paar Biere im Wok Inn waren unser Lohn für das
heutige, nicht allzu leichte Teilstück. |
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22. September, Kanab - Hatch, 87 Km
Für einmal konnten wir es etwas gemütlicher angehen.
Das Frühstück mit Hash Browns (für nicht Eingeweihte: gebratene
Kartoffeln), Speck, Toast und viel Kaffee gehörte wie die Morgentoilette
seit Anfang zu unserem Tagesablauf. Das ausgiebige Frühstück
liefert auch die nötigen Kalorien, dass wir meist bis Mittag fahren
konnten. Die Strecke stieg meist leicht an bis auf ca. 6000 ft. Kurz vor
Mount Carmel Jct. folgte eine kurze Abfahrt. Hier reservierten wir gleich
ein Zimmer für den nächsten Mittwoch, weil es kurfristig so nah
am Eingang des Zion National Park schwierig werden könnte ein Zimmer
zu bekommen. Noch immer sind, wie wir feststellten, viele Touristen unterwegs.
Von hier war es einige Km flach, in Long Valley Jct. waren wir bereits
auf 7500ft. In Hatch, einem Kaff, das wohl die beste Zeit hinter sich hat
war Schluss für heute. Nachträglich betrachtet würde man
wohl besser bis Panguitch oder Rubys Inn durchfahren. Wenigstens hatte
noch ein Restaurant geöffnet, die Tankstelle und das Steakhouse blieben
aber am Sonntag geschlossen. |
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23. September, Hatch - Panguitch - Rubys
Inn (Bryce Canyon), 63 + 29 Km
Unser heutiges Ziel war der Bryce Canyon. Wir fuhren zunächst
nach Panguitch um uns dort im Visitors Center zu informieren. Es war geschlossen,
darum erkundigten wir uns im Forest Office nach den Möglichkeiten
im Park. Weil es keine Touren ab Panguitch gibt, liessen wir uns vom Best
Western aus gleich ein Zimmer im Rubys Inn (ebenfalls ein Best Western)
reservieren. Leider war es nur für eine Nacht möglich, anscheinend
es war alles ausgebucht. Wir fuhren zurück zur Kreuzung und anschliessend
durch den schönen Red Canyon zum Rubys Inn am Eingang des Bryce Canyons.
Nach einer erfrischenden Dusche, es war heute wieder schön und sehr
warm, assen wir für einmal einen Burger. Anschliessend erkundigten
wir uns nach einer Tour im Park. Da es mindestens sechs Teilnehmer braucht,
kam die Tour nicht zu Stande. Glücklicherweise wie es sich heraus
stellen sollte. Zu fast allen sehenswerten Punkten führt eine gute
Strasse, ideal mit dem Fahrrad zu erreichen. Einige in der Nähe gelegenen
Punkte fuhren wir am Nachmittag noch an. Als wir am Abend zum Essen gehen
wollten, stand eine lange schlange vor dem Eingang, die alle das selbe
vorhatten. Wir hatten keine Lust ins Selbstbedienungs-Restaurant zu gehen.
So kauften wir uns Sandwiches und ein paar Büchsen Bier und liessen
es uns im Zimmer schmecken. |
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( 29 k ) |
24. September, Bryce Canyon , 67 Km
Nach dem Frühstück erkundigten wir uns ob es wirklich
nicht möglich sei einen Tag länger zu bleiben. Unser Zimmer war
an eine Gruppe vermietet, aber es war kein Problem im Hauptgebäude
ein anderes Zimmer zu bekommen. Es war allerdings etwas teurer aber dies
spielte uns keine Rolle. Wir zogen um und machten uns anschliessend mit
viel Wasser und nur mit dem Fotoapparat auf den Weg. Es war wie Ferien
einmal ohne unser Gepäck zu fahren. Wir fuhren direkt ohne lange Stopps
bis zum Ende des Parks auf eine Höhe von 9115 Fuss. Auf der
Rückfahrt liessen wir uns alle Zeit die wir brauchten um die vielen
View Points anzufahren. Eine wunderschöne Fahrt, für untrainierte
vielleicht wegen des ständigen Auf und Ab zu anstrengend. Nur so war
es zu erklären, dass man kaum andern Radfahrern begegnete. Immer wieder
hielten wir an um die Hoodoos (Steinsäulen), die gegen Abend ständig
in einem andern Licht erschienen zu fotografieren. Wegen Ritas Kniebeschwerden
können wir leider keine Wanderungen unternehmen, andernfalls würden
wir noch einen Tag länger bleiben. Früh gingen wir zum Essen,
einerseits hatten wir keinen Lunch und andrerseits wollten wir dem Schlangestehen
ausweichen. |
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( 24 k ) |
25. September, Rubys Inn - Mt. Carmel Junction,
95 Km
Wir liessen uns viel Zeit beim Frühstück und dem anschliessenden,
alltäglichen Packritual. Es war halb zehn bis wir endlich losfuhren.
Das Motelzimmer in Mt. Carmel Junction war resrviert, deshalb war auch
keine besondere Eile angesagt. Wie schon am Sonntag machten wir bei der
Long Valley Jct. an der einzigen Tankstelle eine kurze Rast mit Sandwich
und Pepsi. Vor uns lag eine schöne Abfahrt, die erst ca. 15 Km. vor
unserem Etappenziel durch heftigen Gegenwind gestört wurde. Um halb
drei trafen wir beim Motel ein. Wir hatten genügend Zeit für
ein kühles Bier im Zimmer (vielleicht waren es auch zwei) zwischen
Dusche, Tagebuch schreiben und dem Nachtessen. |
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( 24 k ) |
26. September, Mt. Carmel Junction - Springdale
(Zion National Park), 40 Km
Heute stand uns eine äusserst kurze Fahrt bis zu unserem
nächsten Ziel, Springdale bevor. Am frühen Morgen war es noch
empfindlich kalt, sodass es uns gelegen kam, dass die Strasse in Richtung
Zion National Park sofort anstieg. Nach ca. 20 Km. waren wir beim Parkeingang.
Die Landschaft war völlig anders, überall massive Felsformationen.
Besonders auffällig der graue Checkerboard Mesa, kurz nach dem Parkeingang,
der uns zu unserem ersten Fotostopp veranlasste. Bis wir den Tunneleingang
erreichten waren es noch mehr Stopps geworden. Für Radfahrer ist es
nicht erlaubt den Tunnel zu befahren, so mussten wir uns nach einer Mitfahrgelegenheit
für uns und unsere Fahrräder umsehen. Schon kurze Zeit später
hielt ein Truck am Tunneleingang. Zum Glück für uns kannten
wir die Leute, sie übernachteten und assen gestern im gleichen Motel
wie wir. Selbstverständlich liessen sie uns und die Räder auf
der Ladebrücke platznehmen. Am Ende des stockdunklen Tunnels hievten
wir die Räder samt Gepäck wieder auf die Strasse und genossen
die rasante Abfahrt nach Springdale. Nach der erfrischenden Dusche und
einem Burger (schon wieder) durchstöberten wir die vielen Shops. Zum
Glück für unser Portemonnaie sind wir mit dem Fahrrad unterwegs
und können so nicht allzuviel mitschleppen. Der Besuch im Internet-Café
nach dem Nachtessen (ich wollte eine Mail an Kurt in Perth loswerden) wurde
dann noch unvorhergesehen teuer. Einem Bild eines Indianers, in der Technik
des "Sandpaintings" mit indianischen Motiven konnten wir nicht wiederstehen.
Weil wir die kostbare Fracht ja nicht auf unserer Tour mitführen konnten
liessen wir uns das Bild per UPS in die Schweiz schicken. |
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( 23 k ) |
27. September, Zion National Park, 30
Km
Noch später als sonst gingen wir zum Frühstück.
Langsam kommen wir uns wie Sonntagsfahrer vor, aber schliesslich haben
wir ja Ferien und trainieren nicht für die Weltmeisterschaft. Am Vormittag
fuhren wir zum Zion National Park. Anschliessend hatten wir noch genügend
Zeit um uns den Film über den Park im IMAX-Kino anzusehen. Abends
hockten wir bei Kaffee auf der Veranda und schauten von Zeit zu Zeit nach
dem Stand der Mondfinsternis. |
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( 17 k ) |
28. September, Springdale - St. George,
75 Km
Wieder ziemlich spät, so um neun verliessen wir Springdale
in Richtung St. George. Bis La Verkin gings meistens bergab durch eine
karge aber schöne Gegend. Von hier bis St. George wurde es ziemlich
öde. Wir wollten am Abend eigentlich das Utah-Musical ausserhalb St.
George besuchen, aber leider waren keine Karten mehr erhältlich. So
verbrachten wir den Abend nach dem Essen in einem Sizzler Steak House
mit einem Stadtbummel, der aber wie in den meisten kleinen Städten
der USA schnell zu Ende war. |
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29. September, St. George, Snow Canyon State
Park, 50 Km
Heute war Sonntag (als müssten wir darauf achten!)
und samit wieder einmal Zeit zum Ausschlafen. Wir hatten uns vorgenommen
zum Snow Canyon State Park zu fahren und waren noch keine 2 Km unterwegs
als ich einen platten Reifen einfing. Ein Dorn irgend eines Strauches hatte
meinen abgelaufenen Reifen durchbohrt. Die Fahrt zum Snow Canyon Park,
bei allerdings sehr heissem Wetter hatte sich gelohnt. Zurück in der
Stadt, entlang der Bluffstreet leisteten wir uns in einem Diary Queen einen
exzellenten Bananensplitt. Wir waren kurz vor dem Motel, als meinem Vorderreifen
schon wieder die Luft ausging! Wir fuhren vor 2 Jahren fast 1000 Km in
Bali, im letzten Jahr 2000 Km in Colorado ohne einen einzigen Plattfuss
und heute gleich zwei! Aber es konnte mir die Laune nicht verderben, noch
nicht. |
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( 21 k ) |
30. September, St. George - Mesquite,
75 Km
Etwas nach neun Uhr verliessen wir St. George in südwestlicher
Richtung. Ausserhalb der Stadt bogen wir auf die Interstate I-15 unserem
heutigen Etappenziel Mesquite, Nevada entgegen. Die Strasse führte
leicht abwärts und erreichte nach ein paar Meilen die Schlucht, welche
der Virgin River in den Sandstein von Arizona gefressen hat. Wir waren
noch keine Stunde unterwegs als uns ein lauter Knall aufschreckte. Beim
plötzlich wechselnden Fahrgefühl war mir sofort klar, dass dies
kein um sich schiessender Cowboy sondern nur mein Hinterreifen sein konnte.
Eine genauere Inspektion bestätigte den Schaden, ein Dreiangel zierte
die Lauffläche des Reifens! Ich flickte ihn von innen und aussen befestigte
ich ein Stück Flechtband, das ich von meinem Rucksacktragriemen abgeschnitten
hatte mit Klebband. Den noch neuen Vorderreifen montierte ich hinten, wo
die Beanspruchung wegen des Gepäcks um einiges grösser ist. In
Springfield verliessen wir die I-15 mit der Hoffnung einen Bikeshop und
Ersatzmaterial zu finden. Leider ohne Erfolg. Nochmals verstärkte
ich die defekte Stelle, die bis Mesquite - der ersten Ortschaft in Nevada
unmittelbar nach der Grenze - gut hielt. Nach dem Zimmerbezug im Virgin
River Hotel & Casino für nur $19.50 - wir waren nun im Staat
der Spielerstädte wo man meist für gutes Geld Essen und Übernachten
kann - fuhren wir in die Stadt und klapperten jeden Laden nach einem
Reifen ab. Es war unmöglich einen 28 Zoll Reifen zu bekommen. Ich
kaufte ein Spezialplastikband, das man zwischen Reifen und Schlauch legen
kann um das eindringen von Dornen und Nägel zu verhindern. Zusätzlich
ein Vulkanisierband und noch eine Rolle Klebband mit dem die Amerikaner
ihre Baseballschlägergriffe einwickeln. Zurück im Hotel legte
ich das Spezialband ein und umwickelte sorgfältig den Reifen zunächst
mit dem Vulkanisierband dann mit dem andern Gewebeband. Nicht allzu dick,
denn man möchte ja noch ein wenig Fahrkomfort beibehalten. Den Abend
verbrachten wir bei einem günstigen Abendessen im Casinorestaurant
und anschliessend im Casino, wo wir vorallem an den Tischen an denen Black
Jack gespielt wurde etwas zuschauten. |
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( 10 k ) |
1. Oktober, Mesquite - Las Vegas, 140
Km
Heute stand uns also die letzte und zudem längste Etappe
bevor. Wir sassen früh am Früstückstisch um rechtzeitig,
bei noch einigermassen angenehmer Temperatur losfahren zu können.
Wir kamen gut voran, obwohl an meinem Lenker bei jeder Umdrehung ein kleiner
Schlag zu spüren war. Die Vegetation links und rechts der Interstate
war wie schon am Vortag sehr dürftig. Zu Beginn herrschten die Joshua
Trees noch vor, später machten die Pflanzen der Wüste Platz.
Nach etwa 50 Km assen wir in Glendale ein Sandwich und füllten unsere
Wasservorräte nochmals auf. Vor uns lagen noch über 80 Km und
es gab kaum noch Gelegenheit nochmals Wasser zu bekommen. Nach über
100 Km nach einer rechts Kurve gings leicht bergab. Zuvor kämpften
wir auf leicht ansteigender Strasse über eine Stunde mit einem lästigem
Gegenwind. In der Ferne, in Dunst und Smog gehüllt konnten wir Las
Vegas erkennen. Knapp 20 Kilometer später hielten wir bei der ersten
Gelegenheit die sich bot etwas Kühles in die völlig ausgetroknete
Kehle zu bekommen an. Wir hatten zwar noch ein paar duschwarme Tropfen
Wasser in der Trinkflasche, zogen aber das kalte Bud vor. Gestärkt
durch ein zweites nahmen wir die restlichen Kilometer unter die Räder.
Auf dem Las Vegas Boulevard durch die Stadt, dann zur Main Street und dem
Boulevard South zum STRIP, der wohl berühmtesten Strasse der Spieler
Stadt. Die Tour, die wir vor genau drei Wochen in Salt Lake City
gestartet hatten endete nun im Holliday Inn am Las Vegas Strip. Weil die
Hotels hier nicht für Velofahrer eingerichtet sind, nahmen wir unsere
Fahrräder mit ins Zimmer im 12. Stock. Am Abend erkundeten wir noch
zu Fuss die nähere Umgebung. Anschliessend sanken wir todmüde
ins Bett, zu jener Zeit in der das (Nacht)leben in Las Vegas erst recht
beginnt. |
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2. - 5. Oktober, Las Vegas
Unseren Tagesablauf hatten wir inzwischen an die ortsüblichen
Verhältnisse angepasst, lange ausschlafen, spät frühstücken,
zum Einkaufen gehen, zur Happy Hour an der Bar sitzen, sich frisch machen
und in Schale stürzen, gut dinieren und anschliessend eine nächtliche
Show besuchen, das Casino aufsuchen und zum Tagesabschluss an der Bar einen
letzten Drink genehmigen. |
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6. Oktober, Rückreise
Mit einem grossen Taxi liessen wir uns, das Gepäck und die
Fahrräder zum Flugplatz fahren. Wir hatten genügend Zeit eingerechnet
die Fahrräder in die grossen Schachteln der Delta-Airlines, die man
für ein paar Dollars kaufen kann zu packen. Nach dem Start in
Las Vegas überflogen wir innerhalb weniger Minuten dieselbe Strecke
in umgekehrter Richtung für die wir auf unseren Rädern Tage gebraucht
hatten. Wir erkannten Mesquite (NV), St. George (UT), den Zion und Bryce
Canyon National Park, das Ende des Lake Powells und den Canyonlands National
Park. Wir waren stolz auf unsere Fahrt durch die oft unwirtliche Gegend,
die wir nocheinmal aus einer völlig andern Perspektive aus einigen
tausend Metern Höhe betrachten konnten. Wir waren uns einig, dass
wir früher oder später noch andere Abschnitte in diesem Land
befahren würden. |