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Von Salt Lake City
nach
Las Vegas

26.2. - 27.3.1994

7. September, Reisetag   Mit 20 Stunden Reisezeit von Buttwil über Zürich und Cincinatti nach Salt Lake City war es ein recht langer Tag. Wir liessen uns vom Flughafen mit dem Hotelbus abholen, wir waren zu müde die Fahrräder noch am selben Tag zusammen zu stellen und damit und dem Gepäck in die Stadt zu fahren. Nach einem kurzen Stadtbummel tranken wir noch ein Bier in der Squatter Brewery in der Nähe des Hotels und dann war Schluss für heute.
Tempel in Salt Lake City
( 19 k ) 
8. - 9. September, Salt Lake City 
Nach einem ausgiebigen amerikanischen Frühstück montierten wir die Fahrräder um anschliessend eine erste Fahrt in und um Salt Lake City zu unternehmen. Wir wollten uns an die Höhe ( 1300 Meter ) und an die Hitze ( ca. 35 Grad Celsius) gewöhnen. Für morgen Montag haben wir am Vormittag eine Citytour und am Nachmittag einen Ausflug zur Bingham Canyon Coppermine und an den Salt Lake gebucht. Mit dem Bus versteht sich, die Fahrräder blieben im Hotel.
10. September, Salt Lake City - Cottonwood Canyon - Park City - Heber City , 90 Km 
Wir fuhren früh in südlicher Richtung los um wenigstens noch ein paar Stunden bei kühleren Temperaturen fahren zu können, denn wiederum war heisses Wetter angesagt. Die Steigungen im Big Cottonwood Canyon waren nicht zu unterschätzen. Je mehr wir uns dem Guardsman Pass näherten umso wärmer wurde es. In Silver Fork machten wir in einem von einem deutschen Auswanderer geführten Restaurant Mittagsrast. Er erkundigte sich nach unserem Ziel. Er erklärte uns, dass die Strasse vom Pass nach Heber City nur mit guten Mountainbikes zu fahren sei. Auch die Strasse nach Park City sei für unsere Bikes zwar zu befahren aber nicht optimal. Tatsächlich wurde die Strasse je näher wir dem Pass kamen zunehmend schlechter. Dafür wurden wir oben mit einem imposanten Blick auf die gegenüberliegenden Berge belohnt. Die ersten Kilometer der Abfahrt waren auf Naturstrasse. Oberhalb Park City fanden wir eine frisch geteerte Strasse vor, was uns eine rasante Abfahrt ermöglichte bis leichter Regen einsetzte. Von Park City gings auf dem Highway 40 bei zum Teil starken Gegenwind nach Heber City, unserem ersten Etappenziel. Unserer Herkunft entsprechend stiegen wir im Swiss Alps Inn ab!
11. September, Heber City - Daniels Pass - Duchesne , 114 Km 
Das Wetter hatte sich leider nicht gebessert, auf dem Weg zum nahegelegenen Frühstücksrestaurant setzte leichter Regen ein, der als wir losfuhren zum Glück wieder aufgehört hatte. Nach knapp zwei Stunden erreichten wir den Danielspass. Im Restaurant auf der Passhöhe wärmten wir uns mit warmen Kaffee auf. Kaum hatten wir die Abfahrt unter die Räder genommen setzte wieder Regen ein, der zu unserem leidwesen immer stärker wurde. In Fruitland machten wir bei inzwischen strömendem Regen Mittagspause. Ich war drauf und dran hier zu stoppen, wir entschlossen uns aber letzlich doch im Regen weiterzufahren. Nach 6 Stunden erreichten wir völlig durchnässt und fröstelnd Duchesne. Wir hatten nur noch zwei Ziele an diesem Tag, möglichst bald unter die wärmende Dusche zu kommen und etwas warmes zwischen die Zähne zu kriegen.
12. September, Duchesne - Indian Canyon - Avintaquin Pass - Price , 87 Km 
 Der Regen hatte aufgehört und der Himmel zeigte sich an einigen Stellen sogar in Blau. Kurz nach acht Uhr fuhren wir auf der US Route 191 dem Indian Canyon entgegen. Das Wetter wurde zunehmend besser, aber es blieb kühl. Die Strasse durch den Canyon führte bis auf eine Höhe von 9100 ft. und es folgte eine fast 30 Km lange rasante Abfahrt bis Castle Gate. In Price, es war inzwischen schön und warm, steuerten wir direkt in ein Wendy's. Das ausgiebige 'American Breakfast' war längst verbraucht. Am Nachmittag besuchten wir das Prähistorische Museum. Die Austellung über Dinosaurier,deren Überreste man ganz in der Nähe fand lohnt sich für jeden. 
Auf dem Highway 6 in Richtung Green River
( 14k )
13. September, Price - Green River , 95 Km 
 Wir warteten bis die Strassen vom morgentlichen Gewitter etwas abgetrocknet waren, bis wir auf der 191 in Richtung Wellington losfuhren. Die Landschaft hat sich seit der Überquerung des Passes im Indian Canyon dramatisch geändert, Bäume sah man kaum noch, das Grün der Wiesen machte zuerst braungelbem Steppengras und nachher der Wüste Platz. Man bekam nun die Weite dieses Landes zu spüren. Kilometerlange gerade Abschnitte wo sich die Strasse am Horizont zu einem Punkt verkleinerte. Man konnte jeweils erst auf der nächsten Anhöhe oder der nächsten Kurve sehen wie es weiterging. Meist folgte wiederum ein langes gerades Stück, das sich in der Ferne wieder auf einen kleinen Punkt reduzierte. Nach gut viereinhalb Stunden Fahrzeit erreichten wir bei schönem und warmen Wetter die 'Wassermelonen Stadt' Green River. Gegen Südwesten wurde es zunehmend dunkler, das nächste Gewitter kommt bestimmt. Diesmal konnte es uns nichts mehr ausmachen, das Etappenziel war erreicht.
14. September, Green River - Crescent Junction - Moab , 89 Km 
 Der Morgen begann wieder mit einem Gewitter. Wir liessen uns beim Frühstüch viel Zeit, erst um halb zehn starteten wir zur heutigen Etappe. Auf der Interstate 70 kamen wir bis Crescent Junction wegen des Gegenwindes bei leichtem Regen und leicht ansteigender Strasse nur langsam voran. Mit heissem Kaffee wärmten wir uns im Restaurant bei der Tankstelle auf. Wieder aufgewärmt fuhren wir anschliessend auf der 191 gegen Süden. Je mehr wir uns unserem Ziel Moab näherten umso wärmer wurde es. Der Regen hatte schon kurz nach unserer Weiterfahrt aufgehört. Wir waren gespannt auf die Landschaft die folgen würde. Von Bildern wussten wir was uns in etwa erwarten würde. Aber die Wirklichkeit war noch viel beeindruckender. Wir genossen die kleine Abfahrt ein paar Kilometer vor Moab. Etwas überrascht sahen wir die vielen 'No Vacancy' Tafeln vor den Hotels und Motels. Aber es ist Ferienzeit und was uns erst nachher bewusst wurde, Samstag! Schon auf der Fahrt überholten uns viele Autos, die meisten mit Bike's beladen. Wir nahmen ein bescheidenes Zimmer für eine Nacht und reservierten im Greenwell Inn für die beiden nächsten Tage. Während wir in einem Italienischen Restaurant gute Pasta assen und uns auch eine Flasche Wein gönnten, ging draussen wiedereinmal ein heftiges Gewitter nieder. Es wurde kühler, nicht nur deshalb kauften wir uns einen Pullover mit dem Aufdruck MOAB (die vielen Souveniershops müssen ja auch leben!).
Arches National Park
( 24k )
15. September, Moab: Arches National Park , 57 Km 
 Für einmal war nicht - wie die Tage zuvor - schon um 6 Uhr Tagwache. Wir genossen es etwas länger liegen zu können. Nach dem Frühstück wechselten wir ins andere Hotel. Es war ein wunderschöner Tag, gerade richtig für unseren Ausflug zum Arches National Park. Wir kamen nur sehr langsam voran, immer wieder hielten wir an um ein Foto zu schiessen. Es wurde auch immer heisser. Obwohl wir beide mit mehr als zwei Liter Wasser im Gepäck gestartet sind, neigte sich unserer inzwischen duschwarm gewordener Wasservorrat zu Ende. Wir kehrten um, obwohl wir nur noch wenige Kilometer zum Delicate Arch vor uns hatten. Zudem war es auch unser Ruhetag und wir wollten nicht den ganzen Tag auf dem Rad verbringen. Wir waren schliesslich doch zu früh zurück, sodass wir einige Minuten vor der Brauerei auf das kühle Bier warten mussten. Zum Nachtessen kreuzten wir wieder in der Brauerei auf, die Pizza's die dort serviert werden weckten unsere Neugier vor allem aber unsere Magensäfte. Der Besuch lohnte sich!
Colorado River im Canyonlands National Park
( 19k ) 
 

Im Canyonsland National Park
( 19 k ) 

16. September, Canyonland National Park 
 Kurz nach acht Uhr holte uns Warren von der Tag A Log Company beim Hotel ab. Wir hatten für heute einen Ausflug in den Canyonland National Park gebucht. Der erste Teil der Tour führte auf einer kaum befahrbaren Strasse, wenn man das überhaupt noch Strasse nennen kann durch den Park, vorbei an spektakulären Felsformationen wie zum Beispiel den Dead Horse Point, hinunter zum Colorado River. Am Fluss gabs den Lunch, den Warren und der andere Tourleiter, er kam mit dem Boot mit einer zweiten Gruppe auf dem Fluss, für uns vorbereitete. Anschliessend wechselten die beiden Gruppen das Transportmittel. Wir fuhren auf dem Fluss zurück, die zweite Gruppe nahm im 4WD den 'Landweg'. Die Flussfahrt, unterbrochen von einigen Stops an interessanten Plätzen, so zum Beispiel bei versteinerten Bäumen brachte uns zu jener Stelle zurück wo die Strasse zum Feldweg wurde. Dort stand auch der Wagen mit dem Anhänger fürs Boot. Zurück in Moab begann es wieder einmal leicht zu regnen. Etwas später, als wir beim Bier sassen goss es wie aus Kübeln. Gespannt erwarteten wir den Wetterbericht in den News. Die nächsten Tage versprechen nichts Gutes. In den Bergen, die wir zu Beginn unserer Tour überquerten fielen bis 15 cm Schnee. Niederschläge ab 6000 ft. fallen als Schnee!
Nach Monticello mit La Sal Mountains
( 23 k )
17. September, Moab - Monticello , 90 Km 
 Der Morgen war klar aber sehr kühl, wir schätzten, dass das Thermometer kaum über 10 Grad anzeigen würde. Deshalb zogen wir auch die langen Hosen und die Regenjacke über. Die La Sal Mountains waren mit Schnee bedeckt. Zum Glück stieg die US Route 191 leicht an, so bekamen unsere Körper die richtige Betriebstemperatur. Nur auf den kurzen, steilen Abfahrten wurde es kühler. Eigentlich wollten wir bei der La Sal Junction etwas warmes essen und trinken. Das Café wie auch die Tankstelle waren nicht mehr in Betrieb. Somit mussten wir uns mit dem kalten Wasser und den Biskuits begnügen, noch standen uns 50 Km bis zum Etappenziel Monticello bevor. Auf den letzten, ansteigenden 15 Kilometern blies uns zudem noch ein kalter bissiger Wind entgegen. Im Vergleich zu Moab war es kein Problem hier ein Zimmer zu bekommen. Gleich anschliessend gingen wir eine Kleinigkeit essen. Die warme Dusche brachte unsere Körper wieder auf normal Temperatur. Als wir am Abend zum Essen ausgingen hatten wir das Gefühl es sei noch kälter geworden.
18. September, Monticello - Blanding, 39 Km 
 Als ich heute erwachte hörte ich draussen ein seltsames Geräusch. Ein Blick durchs Fenster machte alles klar. Auf den Dächern der Häuser und der Autos lag SCHNEE ! Frühaufsteher waren damit beschäftigt das EIS von den Autoscheiben zu kratzen! Wir hatten es nicht besonders eilig weg zu kommen, es konnte ja nur noch wärmer werden. Als wir um neun Richtung Süden fuhren waren genau vor uns tiefhängende schwarze Wolken zu sehen. Kaum losgefahren fiel wieder Regen, der anschliessend in Graupelschauer überging. Trotzdem wir am Morgen alle warmen Kleider angezogen hatten spürten wir die Kälte. In Blanding machten wir den geplanten Kaffeehalt. Wir sassen kaum an unserem Kaffee nahm der Regen zu. Wenig später goss es wieder wie aus Kübeln. Nach ca. einer Stunde liess der Regen nach. Wir wollten weiter gegen Süden fahren, aber die neuerliche Regenfront hielt uns davon ab. So beschlossen wir hier zu bleiben und in aller Ruhe zu besprechen wie es weiter gehen soll. Variante 1: Morgen direkt nach Mexican Hat, dann wie vorgesehen über Kayenta, Tuba City nach Page (Arizona). Variante 2: Über Bullfrog nach Hanksville. Es kam noch eine dritte Variante in Frage: Von Blanding nach Page mit dem Flugzeug. Da sich am späteren Nachmittag, nach dem Besuch im Visitors Center das Wetter merklich gebessert hatte fuhren wir zum Flugplatz um uns nach den Möglichkeiten zu erkundigen. Man versicherte uns, dass es kein Problem sei uns mit samt den Fahrrädern und dem Gepäck nach Page zu fliegen. Weil wir in Tuba City zum fraglichen Zeitpunkt kein Zimmer kriegen konnten und uns die Strecke über Bullfrog zu lang erschien, entschieden wir uns für Variante 3! Im Comfort Inn, dem einzig guten Restaurant in Blanding feierten wir unseren unkonventionellen Entscheid.
19. September, Blanding - Page (mit dem Flugzeug !)
 Um halb neun mussten wir uns beim Flugplatz einfinden. Es war schönes Wetter aber kalt. Die Scheiben der Autos waren am frühen Morgen wie in Monticello zugefroren. Nach ein paar Minuten landete der einmotorige Piper auf dem Flugfeld. Zunächst wurde ein Sitz des Vierplätzers entfernt, damit unsere Fahrräder und das Gepäck verstaut werden konnten. Erst als Vorder- und Hinterräder entfernt, die Lenker gedreht und auch noch der Sattel abmontiert waren, liessen sich die Räder durch die kleine Tür über dem Flügel im Piper verstauen. Rita wollte sich unbedingt auf dem Rücksitz zwischen Gepäck und Fahrräder zwängen, während ich bequem neben dem Piloten Platz nehmen konnte. Der imposante Flug über einen Teil des Lake Powell nach Page dauerte ca. eine Stunde. Das Grün, Bäume und Rasenflächen in Page, hob sich schon von weitem kontrastreich von der gelbbraunen übrigen Landschaft ab. Dazu kam noch der blauschimmernde Stausee mit unzähligen Seitenarmen, die bis tief in die Canyons reichen. Während wir auf dem Flugfeld die Fahrräder montierten flog der Piper bereits wieder nach Blanding zurück. In Page war es wieder sommerlich warm, was wir nach den vergangenen kühlen Tage sehr genossen. Den Nachmittag verbrachten wir mit einer kurzen Ausfahrt zum Bootshafen in Wahweap und zum Glen Canyon Dam, der den Lake Powell staut. Eine interessante, geführte Tour führte auch auf den Grund und ins Innere des Staudammes.
Rainbow Bridge beim Lake Powell
( 19 k )
20. September, Lake Powell
 Mit dem Fahrrad fuhren wir am Morgen wieder zum Hafen nach Wahweap um am  ganztägigen Ausflug auf dem Lake Powell teilzunehmen. Bei schönstem Wetter waren wir nicht die einzigen die sich auf dem Hauptlauf und den unzähligen Seitenarmen rumtrieben. Viele sind mit Hausbooten für mehrere Tage unterwegs, wird die Länge des Sees doch mit 160 Meilen angegeben. Ein besondere Sehenswürdigkeit ist die Rainbow Bridge in einem der Seitenarme. Am Abend war relativ früh Bettruhe angesagt, steht uns doch morgen wieder einmal eine lange Etappe bevor, die uns nach dem Abstecher nach Arizona zurück nach Utah bringt.
21. September, Page - Kanab, 121Km 
 Um halb sechs war Tagwache. Wir wollten früh los um wenigstens die ersten Stunden bei angenehmeren Temperaturen fahren zu können. Auf den ersten 60 Km kamen wir gut voran. Nachher blies uns ein heftiger Wind ins Gesicht, der unseren guten Durchschnitt ständig kleiner werden liess. Auch das Wasser ging uns langsam aus. Als Kanab kurz vor uns war, goss ich mir den Rest des Wassers über den Kopf. Statt eine Erfrischung zu erleben kam es mir vor als würde ich unter einer warmen Dusche stehen, so warm war inzwischen des Wasser in der Trinkflasche geworden. Wir steuerten auf das erst beste Motel zu und leerten beinahe das Fach mit dem Diet-Coke des riesigen Getränke Automates. Das gute chinesische Nachtessen und ein paar Biere im Wok Inn waren unser Lohn für das heutige, nicht allzu leichte Teilstück.
Am Eingang zum Red Canyon 22. September, Kanab - Hatch, 87 Km 
 Für einmal konnten wir es etwas gemütlicher angehen. Das Frühstück mit Hash Browns (für nicht Eingeweihte: gebratene Kartoffeln), Speck, Toast und viel Kaffee gehörte wie die Morgentoilette seit Anfang zu unserem Tagesablauf. Das ausgiebige Frühstück liefert auch die nötigen Kalorien, dass wir meist bis Mittag fahren konnten. Die Strecke stieg meist leicht an bis auf ca. 6000 ft. Kurz vor Mount Carmel Jct. folgte eine kurze Abfahrt. Hier reservierten wir gleich ein Zimmer für den nächsten Mittwoch, weil es kurfristig so nah am Eingang des Zion National Park schwierig werden könnte ein Zimmer zu bekommen. Noch immer sind, wie wir feststellten, viele Touristen unterwegs. Von hier war es einige Km flach, in Long Valley Jct. waren wir bereits auf 7500ft. In Hatch, einem Kaff, das wohl die beste Zeit hinter sich hat war Schluss für heute. Nachträglich betrachtet würde man wohl besser bis Panguitch oder Rubys Inn durchfahren. Wenigstens hatte noch ein Restaurant geöffnet, die Tankstelle und das Steakhouse blieben aber am Sonntag geschlossen.
23. September, Hatch - Panguitch - Rubys Inn (Bryce Canyon), 63 + 29 Km 
 Unser heutiges Ziel war der Bryce Canyon. Wir fuhren zunächst nach Panguitch um uns dort im Visitors Center zu informieren. Es war geschlossen, darum erkundigten wir uns im Forest Office nach den Möglichkeiten im Park. Weil es keine Touren ab Panguitch gibt, liessen wir uns vom Best Western aus gleich ein Zimmer im Rubys Inn (ebenfalls ein Best Western) reservieren. Leider war es nur für eine Nacht möglich, anscheinend es war alles ausgebucht. Wir fuhren zurück zur Kreuzung und anschliessend durch den schönen Red Canyon zum Rubys Inn am Eingang des Bryce Canyons. Nach einer erfrischenden Dusche, es war heute wieder schön und sehr warm, assen wir für einmal einen Burger. Anschliessend erkundigten wir uns nach einer Tour im Park. Da es mindestens sechs Teilnehmer braucht, kam die Tour nicht zu Stande. Glücklicherweise wie es sich heraus stellen sollte. Zu fast allen sehenswerten Punkten führt eine gute Strasse, ideal mit dem Fahrrad zu erreichen. Einige in der Nähe gelegenen Punkte fuhren wir am Nachmittag noch an. Als wir am Abend zum Essen gehen wollten, stand eine lange schlange vor dem Eingang, die alle das selbe vorhatten. Wir hatten keine Lust ins Selbstbedienungs-Restaurant zu gehen. So kauften wir uns Sandwiches und ein paar Büchsen Bier und liessen es uns im Zimmer schmecken.
Bryce Canyon
( 29 k )
24. September, Bryce Canyon , 67 Km 
 Nach dem Frühstück erkundigten wir uns ob es wirklich nicht möglich sei einen Tag länger zu bleiben. Unser Zimmer war an eine Gruppe vermietet, aber es war kein Problem im Hauptgebäude ein anderes Zimmer zu bekommen. Es war allerdings etwas teurer aber dies spielte uns keine Rolle. Wir zogen um und machten uns anschliessend mit viel Wasser und nur mit dem Fotoapparat auf den Weg. Es war wie Ferien einmal ohne unser Gepäck zu fahren. Wir fuhren direkt ohne lange Stopps bis zum Ende des Parks auf  eine Höhe von 9115 Fuss. Auf der Rückfahrt liessen wir uns alle Zeit die wir brauchten um die vielen View Points anzufahren. Eine wunderschöne Fahrt, für untrainierte vielleicht wegen des ständigen Auf und Ab zu anstrengend. Nur so war es zu erklären, dass man kaum andern Radfahrern begegnete. Immer wieder hielten wir an um die Hoodoos (Steinsäulen), die gegen Abend ständig in einem andern Licht erschienen zu fotografieren. Wegen Ritas Kniebeschwerden können wir leider keine Wanderungen unternehmen, andernfalls würden wir noch einen Tag länger bleiben. Früh gingen wir zum Essen, einerseits hatten wir keinen Lunch und andrerseits wollten wir dem Schlangestehen ausweichen.
Checkerboard Mesa, Zion National Park
( 24 k )
25. September, Rubys Inn - Mt. Carmel Junction, 95 Km 
 Wir liessen uns viel Zeit beim Frühstück und dem anschliessenden, alltäglichen Packritual. Es war halb zehn bis wir endlich losfuhren. Das Motelzimmer in Mt. Carmel Junction war resrviert, deshalb war auch keine besondere Eile angesagt. Wie schon am Sonntag machten wir bei der Long Valley Jct. an der einzigen Tankstelle eine kurze Rast mit Sandwich und Pepsi. Vor uns lag eine schöne Abfahrt, die erst ca. 15 Km. vor unserem Etappenziel durch heftigen Gegenwind gestört wurde. Um halb drei trafen wir beim Motel ein. Wir hatten genügend Zeit für ein kühles Bier im Zimmer (vielleicht waren es auch zwei) zwischen Dusche, Tagebuch schreiben und dem Nachtessen.
Abfahrt nach Springdale, Zion National Park
( 24 k )
26. September, Mt. Carmel Junction - Springdale (Zion National Park), 40 Km 
 Heute stand uns eine äusserst kurze Fahrt bis zu unserem nächsten Ziel, Springdale bevor. Am frühen Morgen war es noch empfindlich kalt, sodass es uns gelegen kam, dass die Strasse in Richtung Zion National Park sofort anstieg. Nach ca. 20 Km. waren wir beim Parkeingang. Die Landschaft war völlig anders, überall massive Felsformationen. Besonders auffällig der graue Checkerboard Mesa, kurz nach dem Parkeingang, der uns zu unserem ersten Fotostopp veranlasste. Bis wir den Tunneleingang erreichten waren es noch mehr Stopps geworden. Für Radfahrer ist es nicht erlaubt den Tunnel zu befahren, so mussten wir uns nach einer Mitfahrgelegenheit für uns und unsere Fahrräder umsehen. Schon kurze Zeit später hielt ein Truck am  Tunneleingang. Zum Glück für uns kannten wir die Leute, sie übernachteten und assen gestern im gleichen Motel wie wir. Selbstverständlich liessen sie uns und die Räder auf der Ladebrücke platznehmen. Am Ende des stockdunklen Tunnels hievten wir die Räder samt Gepäck wieder auf die Strasse und genossen die rasante Abfahrt nach Springdale. Nach der erfrischenden Dusche und einem Burger (schon wieder) durchstöberten wir die vielen Shops. Zum Glück für unser Portemonnaie sind wir mit dem Fahrrad unterwegs und können so nicht allzuviel mitschleppen. Der Besuch im Internet-Café nach dem Nachtessen (ich wollte eine Mail an Kurt in Perth loswerden) wurde dann noch unvorhergesehen teuer. Einem Bild eines Indianers, in der Technik des "Sandpaintings" mit indianischen Motiven konnten wir nicht wiederstehen. Weil wir die kostbare Fracht ja nicht auf unserer Tour mitführen konnten liessen wir uns das Bild per UPS in die Schweiz schicken.
Auf der Strecke zum Zion National Park
( 23 k )
27. September, Zion National Park, 30 Km 
 Noch später als sonst gingen wir zum Frühstück. Langsam kommen wir uns wie Sonntagsfahrer vor, aber schliesslich haben wir ja Ferien und trainieren nicht für die Weltmeisterschaft. Am Vormittag fuhren wir zum Zion National Park. Anschliessend hatten wir noch genügend Zeit um uns den Film über den Park im IMAX-Kino anzusehen. Abends hockten wir bei Kaffee auf der Veranda und schauten von Zeit zu Zeit nach dem Stand der Mondfinsternis.
Von Springdale nach St. George
( 17 k )
28. September, Springdale - St. George, 75 Km 
 Wieder ziemlich spät, so um neun verliessen wir Springdale in Richtung St. George. Bis La Verkin gings meistens bergab durch eine karge aber schöne Gegend. Von hier bis St. George wurde es ziemlich öde. Wir wollten am Abend eigentlich das Utah-Musical ausserhalb St. George besuchen, aber leider waren keine Karten mehr erhältlich. So verbrachten wir den Abend nach dem Essen in einem  Sizzler Steak House mit einem Stadtbummel, der aber wie in den meisten kleinen Städten der USA schnell zu Ende war. 
29. September, St. George, Snow Canyon State Park, 50 Km 
 Heute war Sonntag (als müssten wir darauf achten!)  und samit wieder einmal Zeit zum Ausschlafen. Wir hatten uns vorgenommen zum Snow Canyon State Park zu fahren und waren noch keine 2 Km unterwegs als ich einen platten Reifen einfing. Ein Dorn irgend eines Strauches hatte meinen abgelaufenen Reifen durchbohrt. Die Fahrt zum Snow Canyon Park, bei allerdings sehr heissem Wetter hatte sich gelohnt. Zurück in der Stadt, entlang der Bluffstreet leisteten wir uns in einem Diary Queen einen exzellenten Bananensplitt. Wir waren kurz vor dem Motel, als meinem Vorderreifen schon wieder die Luft ausging! Wir fuhren vor 2 Jahren fast 1000 Km in Bali, im letzten Jahr 2000 Km in Colorado ohne einen einzigen Plattfuss und heute gleich zwei! Aber es konnte mir die Laune nicht verderben, noch nicht.
Plattfuss von St. George nach Mesquite
( 21 k )
30. September, St. George - Mesquite, 75 Km 
 Etwas nach neun Uhr verliessen wir St. George in südwestlicher Richtung. Ausserhalb der Stadt bogen wir auf die Interstate I-15 unserem heutigen Etappenziel Mesquite, Nevada entgegen. Die Strasse führte leicht abwärts und erreichte nach ein paar Meilen die Schlucht, welche der Virgin River in den Sandstein von Arizona gefressen hat. Wir waren noch keine Stunde unterwegs als uns ein lauter Knall aufschreckte. Beim plötzlich wechselnden Fahrgefühl war mir sofort klar, dass dies kein um sich schiessender Cowboy sondern nur mein Hinterreifen sein konnte. Eine genauere Inspektion bestätigte den Schaden, ein Dreiangel zierte die Lauffläche des Reifens! Ich flickte ihn von innen und aussen befestigte ich ein Stück Flechtband, das ich von meinem Rucksacktragriemen abgeschnitten hatte mit Klebband. Den noch neuen Vorderreifen montierte ich hinten, wo die Beanspruchung wegen des Gepäcks um einiges grösser ist. In Springfield verliessen wir die I-15 mit der Hoffnung einen Bikeshop und Ersatzmaterial zu finden. Leider ohne Erfolg. Nochmals verstärkte ich die defekte Stelle, die bis Mesquite - der ersten Ortschaft in Nevada unmittelbar nach der Grenze - gut hielt. Nach dem Zimmerbezug im Virgin River Hotel & Casino für nur $19.50 -  wir waren nun im Staat der Spielerstädte wo man meist für gutes Geld Essen und Übernachten kann -  fuhren wir in die Stadt und klapperten jeden Laden nach einem Reifen ab. Es war unmöglich einen 28 Zoll Reifen zu bekommen. Ich kaufte ein Spezialplastikband, das man zwischen Reifen und Schlauch legen kann um das eindringen von Dornen und Nägel zu verhindern. Zusätzlich ein Vulkanisierband und noch eine Rolle Klebband mit dem die Amerikaner ihre Baseballschlägergriffe einwickeln. Zurück im Hotel legte ich das Spezialband ein und umwickelte sorgfältig den Reifen zunächst mit dem Vulkanisierband dann mit dem andern Gewebeband. Nicht allzu dick, denn man möchte ja noch ein wenig Fahrkomfort beibehalten. Den Abend verbrachten wir bei einem günstigen Abendessen im Casinorestaurant und anschliessend im Casino, wo wir vorallem an den Tischen an denen Black Jack gespielt wurde etwas zuschauten.
Las Vegas ist nicht mehr weit !
( 10 k )
1. Oktober, Mesquite - Las Vegas, 140 Km 
 Heute stand uns also die letzte und zudem längste Etappe bevor. Wir sassen früh am Früstückstisch um rechtzeitig, bei noch einigermassen angenehmer Temperatur losfahren zu können. Wir kamen gut voran, obwohl an meinem Lenker bei jeder Umdrehung ein kleiner Schlag zu spüren war. Die Vegetation links und rechts der Interstate war wie schon am Vortag sehr dürftig. Zu Beginn herrschten die Joshua Trees noch vor, später machten die Pflanzen der Wüste Platz. Nach etwa 50 Km assen wir in Glendale ein Sandwich und füllten unsere Wasservorräte nochmals auf. Vor uns lagen noch über 80 Km und es gab kaum noch Gelegenheit nochmals Wasser zu bekommen. Nach über 100 Km nach einer rechts Kurve gings leicht bergab. Zuvor kämpften wir auf leicht ansteigender Strasse über eine Stunde mit einem lästigem Gegenwind. In der Ferne, in Dunst und Smog gehüllt konnten wir Las Vegas erkennen. Knapp 20 Kilometer später hielten wir bei der ersten Gelegenheit die sich bot etwas Kühles in die völlig ausgetroknete Kehle zu bekommen an. Wir hatten zwar noch ein paar duschwarme Tropfen Wasser in der Trinkflasche, zogen aber das kalte Bud vor. Gestärkt durch ein zweites nahmen wir die restlichen Kilometer unter die Räder. Auf dem Las Vegas Boulevard durch die Stadt, dann zur Main Street und dem Boulevard South zum STRIP, der wohl berühmtesten Strasse der Spieler Stadt.  Die Tour, die wir vor genau drei Wochen in Salt Lake City gestartet hatten endete nun im Holliday Inn am Las Vegas Strip. Weil die Hotels hier nicht für Velofahrer eingerichtet sind, nahmen wir unsere Fahrräder mit ins Zimmer im 12. Stock. Am Abend erkundeten wir noch zu Fuss die nähere Umgebung. Anschliessend sanken wir todmüde ins Bett, zu jener Zeit in der das (Nacht)leben in Las Vegas erst recht beginnt.
2. - 5. Oktober, Las Vegas
 Unseren Tagesablauf hatten wir inzwischen an die ortsüblichen Verhältnisse angepasst, lange ausschlafen, spät frühstücken, zum Einkaufen gehen, zur Happy Hour an der Bar sitzen, sich frisch machen und in Schale stürzen, gut dinieren und anschliessend eine nächtliche Show besuchen, das Casino aufsuchen und zum Tagesabschluss an der Bar einen letzten Drink genehmigen.
6. Oktober, Rückreise
 Mit einem grossen Taxi liessen wir uns, das Gepäck und die Fahrräder zum Flugplatz fahren. Wir hatten genügend Zeit eingerechnet die Fahrräder in die grossen Schachteln der Delta-Airlines, die man für ein paar  Dollars kaufen kann zu packen. Nach dem Start in Las Vegas überflogen wir innerhalb weniger Minuten dieselbe Strecke in umgekehrter Richtung für die wir auf unseren Rädern Tage gebraucht hatten. Wir erkannten Mesquite (NV), St. George (UT), den Zion und Bryce Canyon National Park, das Ende des Lake Powells und den Canyonlands National Park. Wir waren stolz auf unsere Fahrt durch die oft unwirtliche Gegend, die wir nocheinmal aus einer völlig andern Perspektive aus einigen tausend Metern Höhe betrachten konnten. Wir waren uns einig, dass wir früher oder später noch andere Abschnitte in diesem Land befahren würden.
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